Homöopathie

 

Die Homöopathie ist eine ganzheitliche und mehr als 200 Jahre alte Heilweise, die von dem deutschen Arzt Dr. Samuel Hahnemann entwickelt wurde. Dabei handelt es sich um eine eigenständige Heilweise mit einer definierten Vorgehensweise, die im Wesentlichen auf den vier Säulen der Homöopathie beruht, welche ich im Folgenden kurz erläutern möchte:

 

 1. Säule: Das Ähnlichkeitsprinzip 

»Similia similibus curentur« - Ähnliches soll durch Ähnliches geheilt werden - welches das wichtigste Leitprinzip der Homöopathie ist! In der Homöopathie bezieht sich das Ähnlichkeitsprinzip auf Substanzen, die bei einem Gesunden bestimmte Symptomenbilder zu erzeugen imstande sind, in verdünnter und potenzierter Form jedoch bei einem Kranken ähnliche Symptome heilen können

 

 

2. Säule: Der Arzneimittelversuch

In den »Arzneimittelprüfungen« werden Arzneien am gesunden Menschen geprüft (keine Tierversuche!) und protokolliert. Dafür werden von den Prüfern Substanzen pflanzlicher, tierischer, mineralischer oder metallischer Herkunft solange eingenommen bis sie Symptome bekommen. Dabei werden nicht nur körperliche Symptome notiert, sondern ebenso alle Abweichungen vom gewohnten seelischen oder geistigen Zustand.

 

 

3. Säule: Die Lebenskraft

Hahnemann ging davon aus, dass im Organismus eine Lebenskraft walten muss, welche er auch als Dynamis bezeichnete, die alles am Laufen hält wenn wir gesund sind. Das bedeutet dass eine gesunde Lebenskraft dazu in der Lage ist, schädliche Einflüsse wie z.B. Grippeviren mühelos abzuwehren. Ist diese Lebenskraft jedoch gestört, kommt es zur Disharmonie zwischen Körper und Geist und letztendlich zur Entstehung einer Krankheit. In der Homöopathie geht es also darum, nicht die Krankheit zu behandeln, sondern den Menschen seine gestörte und erkrankte Lebenskraft wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

 

 

4. Säule: Die Potenzierung

Potenzieren oder auch Dynamisieren genannt, ist ein sehr aufwendiges Verfahren zur Herstellung von homöopathischen Arzneimitteln, welche nach den genauen Vorgaben von Hahnemann stufenweise verrieben, verdünnt und verschüttelt werden. Dadurch werden Ausgangssubstanzen die in ihrer Reinform z.B. sehr giftig sind (z.B. Arsen, Belladonna) nicht nur unschädlich gemacht, sondern es werden auch die kraftvollen Impulse entfaltet die ein Organismus braucht um seine nötigen Selbstheilungskräfte zu mobilisieren.

 

In der Homöopathie wird daher ein erkrankter Mensch nicht nur als die Summe seine Symptome betrachtet, sondern in seinem ganzen Wesen. Dafür braucht es eine sehr umfassende Befragung nach der persönlichen und familiären Krankheitsgeschichte, ob ein ausgeprägtes Verlangen oder Abneigung bei bestimmten Nahrungsmitteln besteht, wie er Wärme und Kälte verträgt, ob er Ängste hat, was für Träume man hat, bei welchen Anlässen er weinen muss, wie er auf Trost reagiert usw.

 

Eine homöopathische Fallaufnahme bei einen Erstgespräch ist demnach sehr zeitaufwendig und dauert ungefähr 2 Stunden. In Folge werden dann meistens in einem ein- bis dreimonatigen Rhythmus, meist 1 stündige Folgetermine vereinbart um den Verlauf sowie die Mittelwahl zu beurteilen.



 

»Wähle, um sanft, schnell, gewiss und dauerhaft zu heilen, in jedem Krankheitsfalle eine Arznei, welche ein ähnliches Leiden für sich erregen kann, als sie heilen soll! «

 


           Dr. Christian Samuel Hahnemann (1755 – 1843)